Fachkunde-Infos
FACHKUNDE-INFOS
Über die Fachkunde existieren viele Mythen und viel Halbwissen.
Hier versuchen wir Ihnen dieses Thema etwas näher zu bringen… Bei Fragen nutzen Sie gerne unser Kontaktformular!
Die Fachkunde: Der Führerschein im Röntgen…
Eine Fachkunde im Röntgen ist so etwas wie ein Führerschein für ein Auto: Mit einer Fachkunde dürfen Sie selbstständig eine Röntgenuntersuchung indizieren (also die rechtfertigende Indikation stellen), Röntgengeräte bedienen und Röntgenuntersuchungen befunden.
Wie beim Führerschein auch, gibt es verschiedene Fachkunden (oder Klassen, wenn Sie möchten). Mit einer Fachkunde dürfen Sie sich um Röntgen-Thoraxuntersuchungen kümmern, mit der anderen stehen Sie im Herzkatheterlabor Ihre Frau bzw. Mann. Hier gilt es also praktische Erfahrung in einem bestimmten Gebiet zu sammeln.
Kommen wir wieder zum Führerschein: Um einen Führerschein zu bekommen besucht man Theoriestunden in der Fahrschule und macht Praxisstunden mit dem Fahrlehrer.
Genau so ist es mit der Fachkunde: Sie besteht aus Theoriekursen (die Sie z.B. bei uns besuchen können) und aus praktischer Erfahrung (diese nennt man „Sachkunde“).
Für die praktische Erfahrung (=Sachkunde) ist je nach angestrebter Fachkunde ein anderer Katalog abzuarbeiten, wie für den Führerschein auch: Für einen Motorradführerschein nehmen Sie ja auch keine Fahrstunden auf einem Lastwagen…


Kann jeder eine Fachkunde erwerben? Der Unterschied zwischen Fachkunde und Kenntnissen…
Eine Fachkunde ist wie ein Führerschein, nicht jeder kann aber einen Führerschein machen:
Nur MTR und Ärzte können eine Fachkunde erlangen und selbstständig Röntgenuntersuchungen anfertigen.
Da aber noch andere Menschen beim Umgang mit Röntgenstrahlen eine Rolle spielen können, (die OP-Schwester, die Arzthelferin in der Praxis oder der Arzt im Nachtdienst, der keine Fachkunde hat) gibt es Kurse, die Kenntnisse im Strahlenschutz vermitteln und diesen Personen den Umgang mit Röntgenstrahlen überhaupt erst erlauben.
Brauche ich eine Fachkunde, um Röntgenbilder anzumelden?
Fall 1: Dr. Ursula Universitätsklinik
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Sie arbeiten in einem Krankenhaus?
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In Ihrer Röntgenabteilung ist 24/7 ein fachkundiger Radiologe?
Sie benötigen keine Fachkunde, denn…
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…der Röntgenarzt stellt die rechtfertigende Indikation und…
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…befundet die Bilder.
- …also alles ganz entspannt für Sie.
Fall 2: Dr. Peter Praxis
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Sie haben eine Praxis samt Röntgengerät gekauft?
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Die MFA hat einen Röntgenschein?
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Sie haben keine Fachkunde?
Sie brauchen eine Fachkunde!
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Nur ein fachkundiger Arzt darf eine Röntgenuntersuchung rechtfertigen (rechtfertigende Indikation).
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Ihre MFA ist kein Arzt und hat zudem nur Kenntnisse im Röntgen. Ihr Gerät muss also einstauben.
Fall 3: Dr. Nina Neurologe
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Sie arbeiten in einem Krankenhaus?
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Nachts ist also kein fachkundiger Radiologe in Ihrem Haus?
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Sie brauchen ein CCT?
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Das CT wird nachts teleradiolgisch betreut?
Sie brauchen entweder einen Kenntniskurs Teleradiologie oder eine Fachkunde mit Einweisung in das CT!
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Eine Fachkunde für die Computertomographie außerhalb der Radiologie zu erlangen ist nahezu unmöglich! Ohne diese Fachkunde dürfen Sie eine solche Untersuchung nicht indizieren oder anordnen.
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Damit ein Arzt im Krankenhaus an der Teleradiologie teilnehmen darf, muss er einen Kenntniskurs Teleradiologie machen oder irgendeine Fachkunde besitzen und in die „lokalen Gegebenheiten“ eingewiesen sein.
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Ohne Fachkunde im CT dürfen Sie diese Bilder darüber hinaus nicht befunden und daraus medizinische Konsequenzen ableiten.
Fall 4: Dr. Karl Kreiskrankenhaus:
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Sie arbeiten im Krankenhaus?
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Der Arzt aus der Röntgenabteilung grüßt Sie um 16:30 freundlich auf seinem Weg zum Feierabend? Und Sie hassen Ihn dafür?
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Nachts ist also kein fachkundiger Radiologe in Ihrem Haus?
Sie brauchen eine Fachkunde!
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Nur ein fachkundiger Arzt darf eine Röntgenuntersuchung rechtfertigen (rechtfertigende Indikation).
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Ist nachts kein fachkundiger Arzt im Haus, können sich die MTR schlafen legen – Röntgen ist verboten.
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Zudem dürfen Sie nur mit einer Fachkunde die Bilder befunden und daraus medizinische Konsequenzen ableiten.